Wir stehen dem Diktum von den Bildern, die mehr als tausend Worte sagen, eher skeptisch gegen-
über. Zumal wir glauben, dass diejenigen, die ihm voreilig zustimmen, die sanfte Kraft der Typo-
graphie unterschätzen (von der Macht des Wortes einmal abgesehen).
Als wir jedoch auf die Bilddatenbank des NASA Visible Earth-Projektes stießen, versanken wir
für Tage darin. Kein „Artwork“ und auch kaum ein Kunstwerk, so dachten wir, das dem gegenüber
zu treten vermöchte. Aber on a second thought erweist sich das ohnehin als die falsche Alternative.
Nach vielen Tagen Lebens mit dem Datenbestand des Visible Earth-Projektes stellten sich nicht Worte ein, sondern grafische Urelemente: Punkt/Pixel, Linie und Fläche, – fragil, durch-
scheinend, schimmernd. – Dann: die „sanfte Kraft der Typografie“. Neue Helvetica. Sie muss einiges „ertragen“ auf unserer Seite , – Pixeltexturen beispielsweise, die auch auf sie übergreifen.
Doch diese großartige Schrift „duldet alles“ –
und gewinnt darin nur an Anmut.
In gewisser Weise ist diese Seite auch ihr gewidmet. Und schaut man hinüber nach Japan, Korea oder China (nicht nur dort, das wissen wir, aber dort geschieht es – aus guten Gründen – in oft so bemerkenswerter Weise), dann will es einem erscheinen, als träte sie, ob als „Neue“ oder in ihren ursprünglichen Schnitten, immer wieder frisch ins Leben. Rätselhafter Phönix, den Max Miedinger damals aus der Asche der fünfziger Jahre erstehen ließ…